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Vor langer Zeit begab sich Meneas auf eine abenteuerliche Reise. Er zog durch Angleterre, und suchte den mystischen Ortnamens Avalon. Angleterre  lag im Atlantik: Es handelte sich hierbei um eine mittelgroße Insel, von deren Küsten man überall das herrliche Blau des Ozeans im Einklang mit dem strahlenden Himmel beobachten konnte.

Avalon lag im Südwesten der Insel und konnte nur von denjenigen besucht werden, die sich den äußeren Einwirkungen von Himmel, Wind und Sonne verschließen konnten. In Avalon gab es nur einen Glauben: Das Heidentum. Christenanhänger, die von der Legende dieses Ortes und dessen Einwohnern, den Heiden, gehört hatten, hielten es für Aberglaube und Zauberei. Zwar war Avalon von einem Bann umgeben, der es unsichtbar machte, doch wenn die Kraft dieses Bannes an einigen Orten weniger konzentriert war, konnten auch Unwissende die Schwelle zu diesem magischen Gebiet überschreiten. So kam es manchmal auch vor, dass sich eine Klosterschülerin auf dem Wege ins Kloster von Glastonbury nach Avalon verirrte.

Meneas war in Londinium aufgewachsen. Schon als kleiner Junge malte er sich aus wie es wohl sein würde, in Avalon willkürliche Abenteuer zu erleben. Vom Hörensagen war es sehr interessant: Die Leute berichteten immer wieder von Fabelwesen, die an stürmischen Tagen  in der Leere des Meeres auftauchten und wie von Geisterhand wieder von den sich türmenden Wellen verschlungen wurden. Auch gab es Gerüchte von Einhörnern, Feen und Elfen. Sowas gab es im eher ruhigen Londinium nicht: das Wetter war immer beständig und nur selten gab es ein Unwetter. 

Jetzt war Meneas älter; nun durfte er auch ohne Erlaubnis das Haus verlassen, in dem er seine Kindheit verbracht hatte. Meneas träumte immer noch von den Fabelwesen aus den Sagen: Oft fand er sie auch in bebilderten Büchern wieder, sodass er eine ungefähre Vorstellung davon hatte, wie sie wohl auch real aussehen würden. Die Mutter hatte ihm  immer wieder verboten, sich über solchen Unsinn Gedanken zu machen; sie nannte es eine Lüge.

Eines nachts schlich sich Meneas aus dem Haus, denn er wusste, dass er nie nach Avalon hätte gehen dürfen. Die Mutter hielt Londinium nämlich für das sicherste Städtchen in Angleterre und wollte ihren Sohn vor den Unannehmlichkeiten weit draußen schützen. So ging Meneas den mondscheinüberfluteten Weg, der nach Glastonbury führte, entlang. Mehrere Stunden vergingen bis er in Glastonbury ankam.  Von diesem Ort wurde berichtet, dass oft Menschen verschwanden und wenig später an einer weit entfernten Stelle wieder auftauchten. Wenn man diese Menschen befragte, wie sie dorthin gekommen wären, konnten sich jene an nichts mehr erinnern. Hier irgendwo in der Nähe musste das Geheimnis um Avalon liegen, dachte sich Meneas. Er durchquerte die Stadt auf der Suche nach etwas Auffälligem, fand jedoch nichts. Als er am südlichsten Teil der Stadt angelangt war und immer noch keine Anzeichen für eine andere Welt fand, war er schon fast dabei aufzugeben. Er lehnte sich erschöpft von der langen Reise an einen Baum und sank auf den Boden nieder. ,,Das alles war doch umsonst. Hätte ich auf meine Mutter gehört und diesen Sagen keinen Glauben geschenkt‘‘, dachte er und trank einen Schluck aus seiner Flasche. Plötzlich aber wurde ihm schwindlig; es schien als sei er schwerelos in die weite Ferne zu fliegen. Nebel umgaben ihn und ihm war, als sei er aus der irdischen Welt in eine Welt weit über der menschlichen Vorstellungskraft gelangt. Er fand sich auf einer Waldlichtung wieder. Es war dunkel, dennoch konnte er die Umrisse seiner Umwelt erkennen. Er stand auf und folgte dem Weg, als sei es nichts Ungewöhnliches sich plötzlich hier zu befinden und ohne Widerwillen in die Ungewissheit zu laufen. Bald erreichte er eine Sanddüne.  Er schritt weiter. Hoch am Horizont erblickte er dann den zunehmenden Mond, nur ein paar Wolken hatten ihn zuvor verdeckt. Anschließend blickte er geradeaus; plötzlich sah er ein altes Schiffswrack, dass wegen seiner Form fast unheimlich wirkte. ,,Dann, dann bin ich hier im Meer‘‘, sagte er zu sich selbst. Aber das Meer, das war verschwunden; wie konnte das sein? Meneas wollte zurück zu der Waldlichtung, doch dann ritt ihm ein geisterhaftes Pferd entgegen. Es kam direkt auf ihn zu und er dachte, dass jetzt alles zu Ende war. Doch das Pferd riet durch ihn hindurch; er spürte nur kurz eine Eiseskälte. Wie war das möglich? Sowas gab es doch im wirklichen Leben nicht. Dann wurde sich Meneas bewusst: Er war nicht mehr in der wirklichen Welt, sondern in Avalon. Das Pferd ritt einen Kreis um ihn und blieb vor ihm stehen. Er ging auf es zu und wollte es berühren, um zu fühlen, ob es wirklich war. Doch dann verwandelte sich das Pferd in ein furchterregendes Skelett. Es sah aus wie ein Todesbote, so fürchterlich und schrecklich. Meneas hatte Angst; das Skelett trabte auf ihn zu; er drehte sich um und lief davon. Seine Schritte schienen ihm fast wie Fliegen vorzukommen. Er fühlte nur noch den Wind und hörte nur noch das Traben des Geisterpferdes. Als hätte er Flügel und als wären die Gesetze der Schwerelosigkeit für Avalon nicht geltend, so kam es ihm vor. Das Traben verstummte nach einer Weile; Meneas drehte sich um und sah nur noch die Sandlandschaft: so trist und trocken wie sie vorher war. Doch dann näherte sich eine Welle schimmernden Wassers Meneas zu. Erst schien es als sei sie nur wenige Zentimeter hoch, doch als sie näher kam, bemerkte Meneas, dass es sich hierbei um eine mindestens 20 m hohe Welle handeln musste. Panik überkam ihn; so einer Welle konnte auch schließlich ein geübter Schwimmer nicht standhalten. Er wandte sich um und rannte, ja, rannte, als ginge es um sein Leben, als hätte er auch vergessen, dass er sich in Avalon befand, einem Ort, an dem wahrlich nichts wirklich war. Die Welle schien näher zu kommen; er hörte das unsanfte Rauschen, das nur darauf wartete, sein Opfer zu verschlingen. Meneas drehte sich um, er dachte, dass wenn er auch noch ein paar Meter gelaufen wäre, die Welle ihn erfasst und ihn in die Tiefen des Meeres gesogen hätte. Lieber würde er Angesicht zu Angesicht diesem Ungeheuer entgegentreten, anstatt von hinten überfallen zu werden. Erst jetzt bemerkte er etwas Ungewöhnliches: Fabelwesen, wie er sie aus seinen Büchern kannte, schienen der Welle einverleibt zu sein: Manche schrien und andere wiederum  waren ruhig und ließen sich von der Welle dahin tragen. Die Angst entschwand Meneas‘ Gesicht: Er hatte sich von der trickreichen Magie Avalons in die Irre führen lassen. Die Welle türmte sich vor ihm auf, die dunkle Brise der Meeresluft erfüllte den Zwischenraum zwischen Meneas und dem Ungeheuer

und…

vor seinen  Augen verschwamm alles; wieder umgaben ihn Nebel und das selbige Gefühl wie er einst beim Eintreten in diese andere Welt verspürt hatte. Vor seinen Augen wurde es dunkel, dann wieder hell; er spürte sich an einen Baum gelehnt und sah in der Ferne Glastonbury. ,,Was ist geschehen?‘‘, fragte er sich und nahm einen weiteren Schluck aus seiner Flasche.




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